Tulpenmosaikvirus

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Mitte des 16.Jahrhunderts gelangten die ersten Tulpen aus Fernost nach Holland, wo sie schnell Liebhaber und Züchter fand, die bereit waren ein kleines Vermögen in den Besitz der kostbaren Tulpenzwiebeln zu investieren. Besonders begehrt waren mehrfarbige Tulpenblüten mit roten bis dunkelvioletten Muster auf weißem oder gelbem Grund. Diese extrem seltenen Farbschläge ließen sich aber nicht planmäßig nachzüchten. Meist brachten diese mehrfarbigen Mutterzwiebeln nur einfarbige Brutzwiebeln hervor. Und aus einfarbigen Tulpen entwickelten sich plötzlich mehrfarbige Tulpen. Das spornte natürlich die Sammelleidenschaft der blumenverliebten Holländer erst recht an. Man war bereit ein Vermögen in die heiß begehrten Sorten Admiral van Eijck, Visco Roy oder Semper Augustus zu investieren. So musste für eine Semper Augustus – Zwiebel 1637 13.000 Gulden investieren. Man war bereit, sich für die begehrten Zwiebeln zu ruineren. Und wer es sich nicht leisten konnte, ließ sich eine solche Tulpe in Öl malen. Auch Meister Rembrandt verdiente damit zeitweise seinen Lebensunterhalt. Nebenher stieg er auch in den Tulpenhandel mit ein und verspielte damit sein ganzes Vermögen. Dieser Hype führte schließlich zum ersten Zusammenbruch der niederländischen Börse.
Erst fass zweihundert Jahre später kam man dem Geheimnis auf die Spur, warum sich diese mehrfarbigen Tulpen nicht planmäßig weiterzüchten ließen. 1920 entdeckte man, dass sich dahinter keine genetisch festgelte Erbanlage, sondern eine Pflanzenkrankheit verbarg – ausgelöst durch das Tulpenmosaikvirus und von Tulpe zu Tulpe mit Hilfe von Blattläusen übertragen. Dies Tulpenmosaikvirus, ein Verwandter des Tabakmosaikvirus, bewirkt, dass sich die Grundfärbung der Tulpe nicht gleichmäßig über die ganze Blüte verteilt, sondern durch gelbe oder weißliche Sprenkel, Schlieren und Tupfen unterbrochen wird.


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