Tannentrieblaus

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Tannentrieblaus Dreyfusia nordmannianae (Familie Fichtengallenläuse – Adelgidae)
Vorbemerkung: Neben der hier vorgestellten Tannentrieblaus Dreyfusia nordmannianae, wird eine weitere, verwandte Art, Dreyfusia merkeri, als Tannentrieblaus bezeichnet. Beide stammen ursprünglich aus dem Kaukasus. Schon im 19.Jahrhudnert wurden sie mit der Nordmannstanne auch in Mitteleuropa verbreitet. Hier in Mitteleuropa haben sie sich auch an Weißtannen und andere Tannenarten als Pflanzenwirte angepasst. D. nordmannianae ist allerdings die wesentlich häufigere der beiden Arten.

Die Larven der Tannentrieblaus sind nur einen halben Millimeter groß und schwarz gefärbt. Die weiteren Entwicklungsstadien haben zusätzlich drei weiße Rückensteifen, die von den Wachsausscheidungen der Laus herrühren. Denn im Gegensatz zur nah verwandten Dreyfusia piceae scheiden sie nur wenig Wachswolle aus.

Die Tannentrieblaus saugt vor allem den Frühjahrstrieben von Nordmannsmannen, gelegentlich aber auch an denen anderer Tannenarten. Dadurch verformen sich die Nadeln und biegen sich nach innen. Auf diesen Tannen werden im Laufe der Sommermonate mehrere, aufeinanderfolgende Generationen ungeflügelter Tannentriebläuse gebildet. In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet, dem Kaukasus, wechseln die Läuse teils auf ihren Sommerwirt, die Orientalische Fichte Picea orientalis, in Mitteleuropa bleiben sie auf den Nordmanns- und Weißtannen und durchlaufen nur noch einen einjährigen Entwicklungszyklus.
Nur an der Orientalischen Fichte werden Gallen gebildet. Die Läuse an der Tanne überwintern, indem sie sich an den Zweigen oder am Stamm festsaugen. Im kommenden Frühjahr wachsen sie dann zu adulten, ungeflügelten Läusen heran. Diese Läuse legen bereits nach wenigen Tagen orange bis bräunlich gefärbte Eier, die in Form einer Rosette angeordnet werden. Aus diesen Eiern schlüpfen wiederum Larven, die sich auf der Unterseite der Nadeln oder an der Rinde der neuen Triebe, teilweise direkt am Baumstamm ansiedeln. Die Saugtätigkeit dieser Larvengeneration verursacht den eigentlichen, sichtbaren Schaden an den Tannen.

Schäden
Die Gallenbildungen an der Orientalischen Fichte sind eher ein optisches Manko. Die eigentlichen Schäden in Mitteleuropa zeigen sich an den Nordmanns- und Weißtannen durch die Saugtätigkeit der Lauslarven. Jungtannen fallen dann durch eine Spitzendürre auf, Trieb- und Zweigspitzen älterer Bäume verkümmern und fallen ab. Gefährdet sind vor allem junge Tannen an trockenen, warmen Standorten. Erst bei mehrjährigem Befall kommt es zu erheblichen Wachstumsverzögerungen und zum Absterben der Tannen. Gefährdet sind vor allem von Tannentrieblaus geschwächte Bäume, die zusätzlich vom Borkenkäfer oder dem Tannenrüssler traktiert werden.

Maßnahmen
Zur Vorbeugung können Austriebspritzungen an warmen, frostfreien Wintertagen angewendet werden; bei akutem Befall kann mit Insektiziden (Confidor WG 70, Dantop, Karate WG Forst oder Karate mit Zeon Technologie) bekämpft werden. Da in Mitteleuropa keine Gallen gebildet werden, ist die Bekämpfung weniger schwierig als bei anderen Fichtengallenläusen.


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