Rosskastanienminiermotte oder Balkanminiermotte

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Rosskastanienminiermotte oder Balkanminiermotte Miniermotten Familie Rosskastanien- oder Balkanminiermotte  Cameraria ohridella (= Coleophora hemerobiella)   (Familie Miniermotten, Gracillariidae)
Die Rosskastanienminiermotte wird auch Balkanminiermotte genannt, da sie zuerst am mazedonischen Teil des Ochridsees entdeckt wurde. Über Österreich hat sie sich in weniger als einem Jahrzehnt in ganz Mitteleuropa ausgebreitet. Die Falter dieser winzigen Miniermotte sind nur einen halben Zentimeter groß. Die Art ist an den 3 weißen Querbändern der Vorderflügel und den schwarz-weiß geringelten Fühler zu erkennen. Pro Jahr werden 3 Generationen gebildet, die sich teilweise überlappen können. Die Falter der ersten Generation fliegen im Mai. Die Flugzeiten der 2. Und 3.Generationen liegen im Juli, bzw. im August bis September.
Die Weibchen jeweils etwa 20 Eier auf die Oberseite der Kastanienblätter ab. Pro Blatt können bis zu 300 Eier gezählt werden. Nach einer Entwicklungszeit von etwa 3 Wochen schlüpfen die Erstlarven. Sie haben eine flache Körperform  und sind damit optimal an die winzigen Gänge, die sie entlang der Blattnerven vorantreiben, angepasst. Im dritten und vierten Stadium der Raupe wird dieser Minengang kreisförmig erweitert mit einem Radius von bis zu 4mm. Ist das Blatt von mehreren Raupen befallen, dann können auch gemeinschaftlichen Rundminen mit wesentlich größerem Durchmesser gebildet werden. Die Raupen haben dann keine abgeplattete Körperform mehr, sondern sind von rundem Querschnitt und der Körper ist deutlich segmentiert (wie auf dem untenstehenden Photo zu sehen ist). Am Ende des 5.Raupenstadiums spinnt sich das Tier ein und beginnt sich zu verpuppen. Das Puppenstadium der ersten beiden Generationen dauert ungefähr 2 Wochen, das der Herbstgeneration, die im Puppenstadium überwintert, bis zu 6 Monate.

Schäden
Durch die Fraßgänge beginnen die Rosskastanienblätter zu welken, sich braun zu verfärben und zu vertrocknen (> Abbildung einer stark befallenen Rosskastanie). Statt Herbst beginnt der Blattabwurf dann schon in den Sommermonaten. Während diese Miniermotte auf dem Balkan, also in ihrem natrülichen verbreitungsgebiet, keien Schäden verursacht, hat sie als Neuzuwanderer in Mitteleuropa keien natürlichen feinde und kann sich daher rasch und ungehindert weiter ausbreiten und die sogenannten Kastanienkrankheit auslösen. Dabei wird vor allem die weißblühende Rosskastanienart Aesculus hippocastanum befallen, andere Arten weitaus weniger. Zwar werden auch auf der Roten Rosskastanie Aesculus pavia Eier der Rosskastanienminiermotte abgelegt, die Raupen fressen aber nicht und sterben dort ab.
Langzeitschäden der befallenen Kastanienbäume sind bisher nicht bekannt, es könnte jedoch durch Sekundärinfektionen durch Pilz- oder Virenbefall zu einer weiteren Schwächung mitteleuropäischer Rosskastanienbestände kommen.

Maßnahmen
Als chemisch wirkendes Insektizid ist für die Bekämpfung dieser Miniermotte vor allem das Mittel Dimilin mit dem Wirkstoff Diflubenzuron geeignet. Es verhindert sowohl das Schlüpfen der Erstlarven aus dem Ei als auch die Weiterentwicklung bereits geschlüpfter Raupen. Pheromonfallen können eingesetzt werden, um die zu erwartende Befallsstärke der kommenden Raupengeneration abschätzen zu können. Es gibt bisher kaum natürliche Feinde für diese in Mitteleuropa neue Miniermotte. Singvögel wurden jedoch beobachtet, wie sie befallene Bäume Blatt für Blatt nach den Raupen absuchen. Schweizer Entomologen haben erste Erfolge in Laborversuchen mit dem Einsatz von Schlupfwespen, die die Minimottenraupen parasitieren, erzielt.

Bild Quelle
Photo: soebe, Creative Commons License
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http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Cameraria_ohridella_8413.jpg&filetimestamp=20050722193937


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