Hederich oder Acker-Rettich

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (bisher keine abgegebenen Bewertungen)
Loading...

Hederich oder Acker-Rettich Rasenunkraut Der Hederich oder Acker-Rettich Raphanus raphanistum gehört zu den Kreuzblütengewächsen (Brassicaceae). Die Pflanze ist häufiger Bestandteil der Unkräuter auf Äckern, auf Schuttplätzen und in Garten. Der Hederich ist eine einjährige Krautpflanze, die je nach Standort zwischen 30 und 60 cm hoch werden kann. Er kommt auf kalkarmen und völlig kalkfreien Lehm- oder Sandböden vor und ist ein Indikator für Bodenversauerung. Ursprüngliche Heimat ist das Mittelmeergebiet; von dort wurde er aber bereits in der Jungsteinzeit als Kulturfolger nach Mitteleuropa gebracht. Der Acker-Rettich ist mit den Kulturformen des Rettichs verwandt, aber nicht die direkte Wildform, wie früher angenommen. Der Acker-Rettich hat auch keine fleischig verdickte Wurzel.
Die Stängel sind Reihen steifer Härchen besetzt. Die unteren Blätter sind lyraförmig, die oberen lanzettartig gestaltet. Die Blüten stehen in einer doldenartigen Traube. Das Farbspektrum der Blüten riech von weiß bis gelblich mit einer violetten oder dunkleren, gelben Aderung. In Süddeutschland dominieren Exemplare mit weißen Blüten, in Nord- und Ostdeutschland kommen vor allem gelb Formen mit violetten Adern vor. Die Befruchtung der Blüten erfolgt durch Nektar suchende Bienen und Schwebfliegen. Die schotenförmigen Früchte sind mehr als dreimal so lang als breit und zwischen den Samen stark eingeschnürt.

Schäden und Nutzen
Der Hederich ist zwar ein Acker- und Gartenunkraut, wird aber andererseits auch zur Gründungung eingesät. Aus dem Samen kann ein Senf hergestellt oder Öl gewonnen werden. In der Naturheilkunde werden die Blätter bei Diabetes zur Blutzuckersenkung und als Serotoninblocker zu Stimmungsaufhellung genutzt.
Der -> Raps-Erdfloh Psylliodes chrysocephalus aus der Familie der Blattkäfer parasitiert sowohl an Nutzpflanzen wie dem Raps, Kohl und Steckrüben, als auch an Acker-Rettich und Ackersenf. Damals stellen diese Unkräuter auch nach der Ernte von Raps, Rüben oder Kohl  ein potentielles Refugium und Wiederbesiedlungspotential für die nächste Nutzpflanzengeneration dar. Der Hederich wird auch von der -> Kohlhernie befallen, einer gefürchteten Pilzkrankheit der Kreuzblütengewächse (z.B. Kohlsorten).
Der Hederich stört als Unkraut vor allem bei Sommergetreide, Rapsanbau und Hack- und Hülsenfrüchten

Maßnahmen
Für eine wirksame Bekämpfung zweikeimblättriger Unkräuter kommen breitenwirksame  Präparate mit einer Wirkstoffkombination von Fluroxy-pyr, Florsulam und Clopyralid (Ariane C), Bentazon und Dichlorprop-P (Präparat Basagran DP), Tritosulfuron (Biathlon) und MCPA (U 46M-Fluid) in Frage. Speziell das U 46M-Fluid ist vor allem zur Bekämpfung der Sommerunkräuter, zu denen auch der Hederich gehört, geeignet. Optimale Ergebnisse bei der Unkrautvernichtung werden bei einer mittleren Wuchshöhe und guter Blattbenetzung bei feucht-warmer Witterung erreicht.

Bild Quelle
Acker-Rettich
Foto:  Seglea, Creative Commons License Attr.-Share Alike3.0 Unported
Quelle: http://commons.wikimedia.org


Unsere Produkt Tipps