Zucchini-Gelbmosaikvirus

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Das Gelbmosaikvirus (Barley Yellow Mosaic Virus) befällt vor allem die Gerste. Befalle Getreidepflanzen werden gelblich, die Blätter haben strichartig angeordnete, helle Stellen. Schließlich verbräunen die Blätter und werden nekrotisch. Infiziertes Getreide stirbt in der Regel ab oder es ist zumindest weniger winterhart, bleibt kleiner und zeigt ein geringeres Wachstum der Wurzeln. Die Symptome sind denen unter Magnesiummangel ähnlich.

Übertragungswege und Schäden
Auf den mit Gerste bestellten Äckern können ganze Nester vergilbter Pflanzen auftreten, die vom Gelbmosaikvirus befallen sind. Und das bei Sorten, die eigentlich völlig resistent gegen diese Virose sein sollten. Offensichtlich handelt es sich hier um eine neue Variante des Gelbmosaikvirus, das GMV-2. Sie wurde vor einigen Jahren identifiziert und bereits 4 neue Gerstensorten gezüchtet, die nun sowohl gegen diese neue Variante als auch gegen den alten Stamm des Gelbmosaikvirus, GMV-1 resistent sind.
Eine seit mehr als 30 Jahren bekannte Variante des  Gelbmosaikvirus, das GMV-1, wird nicht etwa durch Insekten übertragen, sondern durch einen Bodenpilz. Zeitweise war es die häufigste Pflanzenkrankheit der Gerste. Doch inzwischen gibt es 49 Sorten der Wintergerste, die gegenüber GMV-1 resistent sind. Damit schien das Problem gelöst, und der befall der Wintergerste ging drastisch zurück. Bis die eingangs erwähnte neue Variante GMV-2 auftauchte.
Viren können sehr rasch mutieren, und so wird dies nicht die letzte Mutante des Gelbmosaikvirus sein, welches die Resistenzbarriere durchbrechen und die Gerste aufs Neue infizieren kann. Tatsächlich ist in Frankreich auf einem Getreidefeld bereits ein drittes Gelbmosaikvirus aufgetaucht, da sich vermutlich sehr rasch ausbreiten wird. Aber es wurden bereits gegen diese neue Variante, das GMV-3, resistente Gerstensorten gefunden.
Die Stärke des Befalls der Wintergerste mit dem Gelbmosaikvirus ist in starkem Maße von der Witterung abhängig. Dabei sind vor allem die Temperaturen im März von Bedeutung, sind sie relativ hoch, dann sind die Schäden an der Wintergerste gering. Dann besteht die Chance, dass sich selbst die infizierten Pflanzen regenerieren können und die Vergilbungen wieder verschwinden. Fallen die Temperaturen aber nochmals im April oder Mai, dann kann es erneut zu größeren Schäden und den damit verbundenen Ertragseinbußen kommen.

Maßnahmen
Da es kein Pflanzenschutzmittel gibt, welches aktiv zur Bekämpfung des Gelbmosaikvirus eingesetzt werden könnte, ist es umso wichtiger, erste Symptome an der Gerste zu erkennen und neue Mutanten des Virus zu identifizieren. Nur dann rechtzeitig nach resistenten Gerstensorten gesucht werden, bevor diese neue GMV-Typen landesweite Schäden und Ertragsausfälle auslösen können.

Das Zucchini-Gelbmosaikvirus
Andere Varianten des Gelbmosaikvirus können auch andere Wirtspflanzen befallen, so das ZYMV, das Zuchini Yellow Mosaic Virus (Zucchini-Gelbmosaikvirus), welches von Blattläusen auf Zucchini-Pflanzen übertragen wird. Auch färben sie die Blätter gelb und verkrümmen. Die Triebe bleiben klein, die Früchte sind deformiert und ihre Samen haben nur noch einen geringen Gehalt an Ölen. Das kann zu einem Totalausfall der gesamten Zucchini-Ernte führen. Als Gegenmaßnahmen können die Blattläuse bekämpft, das Saatgut gebeizt und neue Kürbis- und Zucchinisorten gezüchtet werden, die gegen das ZYMV-Virus resistent sind.

Das Gelbverzwergungsvirus
Das Gelbverzwergungsvirus (Barley Yellow Dwarf Luteovirus) ruft ein ähnliches Schadensbild wie das Gelbmosaikvirus hervor, aber nicht nur an Gerste, sondern auch an anderen Getreidesorten wie dem Roggen, Hafer und Weizen. Bisher sind 5 Stämme mit unterschiedlichen Übertragungswegen bekannt. Auftreten und Symptomatik der Virose sind neben der Getreidesorte von Temperatur und Nährstoffangebot für die Pflanzen abhängig. Die Getreideblätter beginnen von der Spitze her zu vergilben, das Wachstum bleibt gering und oft werden dann auch keine Ähren mehr gebildet, sodass der Ertrag vollkommen ausfällt. Je früher im Jahr die Pflanzen mit diesem Virus infiziert werden, desto größer ist der schaden. Am meisten ist der Hafer betroffen: Hier sind die erste Symptome orange-rote Flecken auf den Blättern, die sogenannte Rotblättrigkeit.
Da das Gelbverzwergungsvirus von Blattläusen übertragen wird, versucht man, dem Befall mit einem gegen Blattläuse wirksamen Insektizid vorzubeugen. Potentielle Überträger sind je nach Virus-Stamm die Haferblattlaus Rhopalosiphum padi, die Große Getreideblattlaus Macrosiphum avenae und die Beliche Getreideblattlaus Metopolophium dirhodum.


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