Alfala Mosaikvirus AMV

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Das Alfalfa-Mosaikvirus (Familie Bromoviridae), auch unter dem Namen Luzern-Mosaikvirus bekannt,  ist weltweit verbreitet. In Europa wurde es zum ersten Mal 1931 entdeckt, und zwar an der Luzerne. Das Alfalfa-Mosaikvirus AMV kann  mehr als 600 Pflanzenarten aus über 70 Familien befallen, darunter die wirtschaftlich bedeutenden Nutzpflanzen Kartoffeln, Tomaten und Tabak. Es wird vor allem durch Blattläuse – allen voran die -> Grüne Pfirsichblattlaus Myzus persicae -übertragen, aber auch über die Samen oder von den Blütenpollen auf die Samen.
Die Symptome, die dies Mosaikvirus auslöste, reichen von mosaikartigen Verfärbungen der Blätter, Blattwelke, Zwergwuchs, Ringflecken bis zu Nekrosen. Welche Symptome und wie stark diese ausgeprägt sein können, dass hängt nicht nur vom Stamm des Virus ab, die Virulenz wird auch von zahlreichen Umweltfaktoren und Witterungseinflüssen bestimmt. Das AMV-Virus kann dabei alle Pflanzenteile befallen, die Virionen konzentrieren aber vor allem im Zellplasma und in den Chloroplasten, in denen das Chlorophyll maßgeblich die Photosynthese und Assimilationsleistung der Pflanze steuert. Werden die Chloroplasten durch die Viren zerstört, dann wird auch das Chlorophyll  und damit das Blattgrün reduziert; als Folge davon bilden sich dann die für alle Mosaik-Viren typischen weißlichen oder gelbgrün aufgehellten Flecken, die mosaikartig zwischen den Blattnerven verteilt sind.
Das Virus selbst hat nur eine kurze Überlebensrate von wenigen Tagen. Temperatur und Lichtverhältnisse steuern die Vermehrung des Virus. Bei niedrigen Temperaturen sind die Schäden geringer, dann treten Nekrosen kaum auf. Inaktiv wird das Virus jedoch erst bei Temperaturen > 60 oC.

Schäden
Da das Wirtsspektrum des Alfalfa-Mosaikvirus besonders breit gestreut ist, sind auch die wirtschaftliche Schäden besonders hoch. Ertragsausfälle kommen vor allem bei Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Kleeanbau und Tomaten vor. Eine Kombination beider Übetragunsgwege, die Übertragung durch saugenden Blattläuse und infizierte Samen führt zu einer besonders hohen Infektionsrate des AMV an den Wirtspflanzen.

Maßnahmen
Wie bei allen phytopathogenen Viren gibt es auch kein gegen das Alfalfa-Mosaikvirus direkt wirkendes Pflanzenschutzmittel. Dagegen kann man versuche, die Übertragungswege zu unterbinden:

  • Gegen die Blattläuse lassen sich neben spezifischen Insektiziden auch Nutzinsekten wie zahlreiche Marienkäferarten einsetzen.
  • Um eine Infektion durch die Samen zu vermeiden, sollte nur gesundes, entsprechend  zertifiziertes Saatgut verwendet werden.
  • Kartoffeln und andere Nutzpflanzen sollten nicht in der Nähe infizierter Weiden oder anderer Wildpflanzen angebaut werden.
  • Zur Zeit versucht, man mittels aus dem AMV gewonnenen Transgenen gegen das Virus resistente Nutzpflanzen zu züchten.

 


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