Blattdürre bei Getreide

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Blattdürre bei Getreide Blattfleckenkrankheit Septoria tritici gehört zu der umfangreichen Schlauchpilzgattung Septoria, den Erregern der sogenannten Septoria-Blattfleckenkrankheit. Septoria tritici  befällt Getreide wie Weizen, Roggen aber auch Wildgräser. Dieser Schlauchpliz löst die sogenannte Blattdürre aus. Diese Pilzkrankheit ist inzwischen weltweit verbreitet.
Der Schlauchpilz vermehrt sich sowohl vegetativ als auch geschlechtlich. Die asexuelle Form liegt in Form sogenannte Pycnidisporen vor. Diese werden im Fruchtkörper des Pilzes, dem Pyknidium, gebildet. Diese Pyknidien bilden Keimschläuche und Ranken, sogenannten Cirrhen, die in feuchtem Milieu aus den Pyknidien herauswachsen und eine trübe, weißliche Farbe annehmen. Die sexuelle Form, die Ascosporen, reifen ebenfalls in Fruchtkörpern des Schlauchpilzes heran, die aber Perithecien genannt werden. Sie bilden Schläuche, die Asci, die jeweils 8 Ascosporen enthalten. Diese Ascosporen bestehen aus 2 durchsichtigen, elliptischen Zellen.

Schäden und Maßnahmen
Zwischen der Infektion mit dem Pilz und dem Ausbruch der Blattdürrekrankheit liegen 20 bis 25 Tage, der Zeitraum hängt vor allem von der Temperatur ab. Die in Europa vorkommenden Stämme von Septoria tritici sind durch Mutation resistent gegenüber Strobilurinen, die als Wirkstoffe von Fungiziden andernorts zur Bekämpfung der Blattdürre eingesetzt werden können. Die befallenen Blätter weisen flächige gelbe, später graubraune Verfärbungen auf, vertrocknen und sterben ab. Innerhalb dieser Flecken erscheinen kleine schwarze Punkte: Das sind  die beschriebenen Fruchtkörper der asexuellen Form, die Pyknidien. Es werden vor allem die Blätter, selten auch die Getreideähren befallen.
Die Ascosporen werden vor allem mit dem Wind verbreitet, die asexuellen Konidien dagegen mit Spritzwasser. Lange kühlere Niederschlagsperioden begünstigen den Ausbruch der Blattdürre. Ebenso können dicht an dicht stehendes Getreide und zu viel Stickstoff im Dünger den Befall begünstigen. Das Pilzwachstum erreicht ein Optimum bei Temperaturen zwischen 15 und 20oC. Befallene Strohreste, die auf dem Feld aus dem Vorjahr liegen geblieben sind, können eine Neuinfektion auslösen.
Die lange Latenzzeit des Septoria tritici-Pilzes macht eine Bekämpfung schwierig. Wichtig ist aber eine frühzeitige Diagnose, denn die Fungizide können den Befall bereits nach 2 Wochen stoppen, also bevor sichtbare Schäden der Blattdürre auftreten. Um den richtigen Zeitpunkt zur Bekämpfung abschätzen zu können, gibt es sogenannte Septoria-Timer, die dem Landwirt eine brauchbare Prognose liefern können, denn der zeitige Einsatz dieser systemisch wrkenden Azolfungizide ist entscheidedn für den Erfolg.
Vorbeugend sollte das Stroh nach der Ernte vom Acker abgefahren und verrottet werden. Da die Blattdürre vor allem bei feucht-kühler Witterung ausbricht, sollte der Winterweizen nicht zu früh ausgesät und dabei auf wenig anfällige Sorten zurückgegriffen werden.

Verwechslungsmöglichkeiten
Septoria tritici kann mit Septoria nodorum verwechselt werden, vor allem dabei Schlauchpilze oft gelichzeitig am gleichen Getride auftreten. Septoria nodorom breitet sich vor allem in den Blattachseln und nicht auf den Blattspreiten aus. Die Fruchtkörper sind etwas größer, intensiv honigbraun und damit etwas anders gefärbt als die von Septoria tritici.

Bild Quelle
Septoria tritici
Foto: Maccheek, Public Domain
Quelle: http://de.wikipedia.org


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