Schwarzfleckenkrankheit beim Wein

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Der Erreger der Schwarzfleckenkrankheit ist der Schlauchpilz Phomopsis viticola aus der Familie der Diaporthaceae. Die Pflanzenkrankheit, die Weinreben befällt, ist inzwischen weltweit verbreitet – überall dort, wo Wein angebaut wird. In Deutschland wurde sie aber erst 1960 entdeckt.

Schäden
Betroffen sind vor allem Reblagen in niederschlagsreichen Gebieten. Das Schadensbild ist zunächst indifferent und befallene pflanzenteile kaum von gesunden trieben zu unterscheiden. Befallen werden vor allem die Triebspitzen, die noch ein intensives Zellwachstum zeigen. Die jungen Blätter verfärben sich anfangs leicht bronzefarben. Nach einer weiteren Inkubationszeit von mehreren Wochen zeigen sich erste Blattdeformationen und an einzelnen Punkten chlorotische Auflösungen des Blattgrüns. Die geschädigten Blätter fallen schließlich vorzeitig ab.
Von Phomopis viticola befallene Triebe platzen auf, und es bildet sich ein schorfartiger Belag. Auch die Stiele der Weintrauben können befallen werden. Die Schäden sind jedoch in den unteren, bereits stärker verholzten Teilen der Rebstöcke größer. Gefährdet sind vor allem langsam wachsende Rebstöcke.
Geht man davon aus, dass fast die Hälfte der Ruten diesen Pilzbefall zeigen – befallene Ruten verfärben sich weißlich -, dann ist mit Ertragseinbußen in Höhe von 10% zu rechnen. Das wirkt sich auch im folgenden Jahr aus, da dann die vorgeschädigten, unteren Bereiche der Rebe nicht mehr austreiben.
Es gibt jedoch große Unterschiede zwischen den Rebsorten  in der Empfindlichkeit gegenüber der Schwarzfleckenkrankheit: Besonders anfällig für den Pilz sind so weit verbreitete Sorten wie Müller Thurgau, Kerner und Trollinger. Burgunder ist dagegen kaum betroffen.

Maßnahmen
Entdeckt man beim Schnitt der Reben nach der Weinernte im Herbst die für diese Pilzkrankheit typischen Anzeichen – wie Schwarzfärbung der Blätter, Weißfärbung der Ruten – dann muss im kommenden Frühjahr rechtzeitig mit der Bekämpfung des Pilzes begonnen werden. Die Behandlung muss ein bis zweimal wiederholt werden. Dazu stehen mit Folpet, Strobilurien und Dithiocarbamaten wie Polyram WG, Anthracol oder Dithane Ultra geeignete Fungizide zur Verfügung. Gute Erfolge werden auch mit Netzschwefel-Präparaten erzielt.


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