Rote Obstbaumspinnmilbe

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Rote Obstbaumspinnmilbe Spinnmilben Familie Rote Obstbaumspinnmilbe (Rote Spinne)  Metatetranychus ulmi (Familie Spinnmilben Tetranychidae) Die Weibchen der Roten Obstbaumspinnmilbe sind etwa einen halben Zentimeter groß, leuchtend rot gefärbt mit weißen Rückenborsten. Die Männchen sind etwas kleiner und haben einen spitz zulaufenden Hinterleib. Sie sind heller rot gefärbt oder auch nur gelblich-grün mit 2 roten Augenflecken am Kopf. Die adulten haben 8 Beine, die Erst-Larven wie bei allem Spinnmilben dagegen nur 6 Beine. Die darauffolgenden beiden Nymphenstadien haben bereits 8 Beine.
Jedes Weibchen legt bis zu 40 Eier. Diese überwintern an der Rinde von Obstbäumen, an der Weinrebe überwintern dagegen die Weibchen in den Winterknospen. Bis zu 5 Generationen können im Jahresverlauf folgen. Die Mehrzahl der Larven schlüpft aber im zeitigen Frühjahr. Am schnellsten entwickeln sich die Larven bei einer rel. Luftfeuchtigkeit bis zu 70% und Temperaturen  zwischen 23 und 25 Grad Celsius. Dabei wechseln sich frei bewegliche Stadien mit Ruhestadien ab.  Bei zu hohen Temperaturen oder zu geringer Luftfeuchtigkeit sterben die Eier ab. Ab Ende Mai findet man dann geschlechtsreife Milben und auch Sommereier. Sinkt im September die Lufttemperatur allmählich ab, dann werden Wintereier abgelegt. Die Wintereier sind dunkelrot und von rundem Querschnitt mit einem Durchmesser von etwa 1mm; die Sommereier sind heller gefärbt und werden an der Unterseite der Blätter abgelegt. Die Wintereier findet man vor allem in Rillen und Vertiefungen der Rinde am Stamm und den stärkeren Ästen.

Schäden
Die Rote Obstbaumspinnmilbe befällt Pflaumen- und Apfelbäume, geht aber auch an Weinreben, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Ziersträucher und Kräuter. Die Rote Spinne saugt an den Blättern, die dadurch allmählich gelb werden, sich einrollen und abfallen. Dadurch können sich im Folgejahr die Blütenknospen nicht mehr voll entwickeln.
Bei der Weinrebe sieht das Schadensbild, das durch die Rote Obstbaumspinnmilbe anders aus: Direkt nach dem Austrieb erkennt man befallene Blätter an den dunkleren Spitzen. Wenn sich die Blätter entfalten, sieht man die dunklen Einstichstellen der Spinnmilben. Das Wachstum dieser Blätter ist reduziert, sie sind klein und nach oben zu gewölbt, schließlich fallen sie ab. Die Triebe bleiben im Wachstum zurück und die Blätter verfärben sich bronzefarben-braun.

Maßnahmen
An naturnahen Methoden werden empfohlen: Die Baumrinde abbürsten und mit Kalkmilch einpinseln, Rückschritt kranker Pflanzenteile, Falllaub und befallenen Blätter regelmäßig beseitigen.  Promonal Austriebspritzmittel (Neudorff) und Schädlingsfrei Naturen (Scotts-Celaflor) können als erfolgversprechende Spritzmittel eingesetzt werden, sobald die Milben aus den Wintereiern schlüpfen, bevor die nächste Milbengeneration ihre Sommereier gelegt hat. Ausnahmsweise kann später auch nach Mitteln auf der Basis von Phophorsäureestern oder Akariziden (also Mittel zur speziellen Bekämpfung von Spinnentieren) gespritzt werden. In jedem Fall sollte man den Einsatz solcher chemischer Bekämpfungsmittel so gering wie möglich halten, um nicht die natürlichen Fressfeinde der Spinnmilben ebenfalls zu dezimieren. Außerdem hat man in den letzten Jahren verstärkt Resistenzen der Roten Spinne gegen die Spitzmittel beobachtet.
Zu den natürlichen Feinden der Roten Spinne zählen im Freiland die Raubmilben Neoseiulus californicus und Amblyseius andersoni, der Marienkäfer Stethorus punktillum und die Wanze Orius spec., im Gewächshaus auch die Gallmücke Feltilla acarisuga.

Im Freiland hat sich der Einsatz der Raubmilbe Typhlodromus pyri, im Gewächshaus der Einsatz der Raubmilbe Amblyseius californicus bewährt. Da Raubmilben Lebensräume mit hoher Luftfeuchtigkeit benötigen, sind sie zur Bekämpfung der Roten Spinne an Zimmerpflanzen kaum einzusetzen.

Bild Quelle
Photo: University of Georgia
Plant Pathology Archive, University of Georgia, Bugwood.org,  Creative
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http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Panonychus_ulmi_-_eggs.jpg?uselang=de


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