Maulbeerschildlaus

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Maulbeerschildlaus Pseudaulacaspis pentagona (Familie Deckelschildläuse Diaspididae)
Die Maulbeerschildlaus stammt ursprünglich aus Ostasien, wurde aber bereits im 19.Jahrhundert nach Italien eingeschleppt. In zwischen ist sie fast weltweit verbreitet und zu einem echten Problem für Obstanbau und Baumkulturen geworden. Man zählt inzwischen mehr als 100 Wirtspflanzen. Die Verbreitung dieser wärmeliebenden Schildlaus wird durch Klimawandel begünstigt. Je nach den klimatischen Verhältnissen entwickeln sich zwei bis vier Generationen pro Jahr.
Das befruchtete Schildlausweibchen überwintert. Sein Schild ist maximal 2,5mm groß und milchig-grau mit einem gelben Fleck in der mitte. Im Frühjahr legt jedes Weibchen bis zu 150 Eier ab. Die ausschlüpfenden Larven sind noch freibeweglich und sorgen für die weitere Ausbreitung. Ihr Aktionsradius ist allerdings meist auf einen Meter beschränkt. Wichtiger ist die passive Verbreitung mit dem Wind, Pflanzen und Tiere.
Die weiblichen Larven passen sich in ihrer unauffälligen Färbung den Rinden ihrer Wirtspflanzen. Die männlichen Larven sind weiß mit einem gelben Fleck und sind dadurch recht auffällig. Die Rinde stärker befallener Baumpartien sieht dann von weitem aus, als wäre sie von einer dünnen Schneeschicht überzogen. Die Männchen haben Flügel. Durch Lockstoffe (Pheromone) finden sie zu den paarungsbereiten Weibchen.

Schäden
Die Maulbeerschildlaus sitzt unter ihren krustenartigen, kleinen Schildchen an Zweigen, Ästen und auch am Stamm, bei Massenvermehrung befällt sie auch die Früchte. Durch den Befall vergilben die Blätter, die Früchte fallen ab, bevor sie reif sind. Schließlich kann die ganze Pflanze absterben.
Befallen werden vor allem bei uns eingeführte Exoten wie Nektarinen, Aprikosen, Zitrusfrüchte, Kiwis, aber auch einheimische Obstbäume und Johannisbeersträucher. Außerdem werden einige Ziergehölze befallen, die in der Regel aus Italien eingeführt wurden.
Schäden werden nicht nur im gewerblichen Obstanbau und aus Baumschulen, sondern zunehmend auch aus öffentlichen Parks und Gartenanlagen, sowie in rpivaten Schreber- und Hausgärten gemeldet.

Maßnahmen
Bisher sind keine wirksamen chemischen Insektizide gefunden worden, die erfolgreich zur Bekämpfung der Maulbeerschildlaus eingesetzt werden könnten. Besonders die Weibchen sind gegen Insektizide resistent. Auch mit Austriebspritzungen erzielt man keinen Erfolg. Lediglich die freibeweglichen jungen Larvenstadien, die sogenannten Crawler, scheinen etwas empfindlicher zu sein.
Daher bleibt vorerst nichts anderes übrig, als die Schildläuse mechanisch zu entfernen. Dazu werden im Obstanbau Hochdruckreiniger verwendet. Diese müssen aber so eingestellt werden, dass damit die Schildläuse weggespritzt werden, die Baumrinde aber nicht verletzt wird.
Man kennt zwar inzwischen 8 Fressfeinde der Maulbeerschildlaus, vor allem Schlupfwespen-Arten, die ausgewachsenen Schildlaus-Weibchen parasitieren. Aber die Parasitierung ist zu gering, um die Schildlauspopulationen damit auf Dauer in Schach halten zu können.
Nach wie vor müssen vor allem importierte Pflanzen bei Einführung durch Zoll und Pflanzenschutzämter auf den Befall mit Maulbeerschildläusen kontrolliert werden.


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