Mehlige Kohlblattlaus

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Mehlige Kohlblattlaus Brevicoryne brassicae (Familie Röhrenblattläuse – Aphidiae)
Die ungeflügelten Formen der Mehligen Kohlblattlaus sind grau-grün gefärbt mit einem puderförmigen, weißen Wachsüberzug und 2 Reihen dunkler Flecken auf dem Hinterleib. Die geflügelten Formen haben einen grüngelben Hinterleib mit dunklen Querstreifen, während Beine, Hinterleibsröhren, Brustsegmente, Fühler und Kopf dunkelbraun gefärbt sind. Ihre Flügel sind dagegen vollständig durchsichtig.
Die schwarzen Eier der Mehligen Kohlblattlaus werden im Herbst vor allem Kohlstrünken, Wintergemüse wie Raps und verschiedene Kohlsorten, sowie an verschiedene wildlebende Kreuzblütler abgelegt. Die Larven schlüpfen im folgenden Frühjahr. Wenige Wochen entwickeln sich die sogenannten „Stammmütter“ (Fundatrix), die zunächst geflügelte Weibchen hervorbringen. Diese sogenannten Virgines fliegen zu den Kohlpflanzen, wo sie sich ungeschlechtlich und massenhaft vermehren. Auf diese Weise können zwischen 6 und 11 Generationen aufeinander folgen. Die geflügelten Tiere sorgen für die weitere Verbreitung der Mehligen Kohlblattlaus auf andere Kohl- und Rapsfelder. Im Herbst gibt es dann auch geflügelte Männchen. Sie paaren sich mit den ungeflügelten Weibchen, die dann bis zu 10 Eier ablegen, die überwintern. In Jahren mit relativ warmen Wintern können auch einige der ungeflügelten Weibchen überleben und sich dann im nächsten wiederum ungeschlechtlich vermehren.

Schäden
Die Mehlige Kohlblattlaus lebt nur an den oberirdischen Teilen ihrer Wirtspflanzen; dabei kann sie bis weit in Innere der Kohlköpfe vordringen. Wird an den Blättern gesaugt, so können diese im weiteren Verlauf sich rötlich bis blau-violett verfärben, einrollen oder  verkrümmen und verkrüppeln. Zusätzlich verschmutzen die Kohlblätter durch den Honigtau und das Wachs, welche die Blattläuse ausscheiden.  Die Blattläuse beginnen auf der Blattoberseite, wechseln aber später auf die Blattunterseite, um dort weiter zu saugen. Saugen die Blattläuse am Wachstumskegel, dem Vegetationspunkt, so kann sich kein Kohlherz ausbilden. – Werden stattdessen Blumenkohl und Brokkoli befallen, dann setzten sich die Blattläuse nicht auf den Blättern, sondern auf den Blumen fest. – Mit der Saugtätigkeit können Viren wie das Blumenkohlmosaikvirus übertragen werden.

Maßnahmen
Die Kohlpflanzen sollten regelmäßig auf Befall mit den Blattläusen kontrolliert werden. Dabei ist besonders auf die Herzblätter zu achten. Wenn die Blattläuse sich jedoch zwischen die Herzblätter festsetzen, ist eine wirkungsvolle Bekämpfung schwierig. Daher sollet so früh wie möglich mit der Regulierung begonnen werden.  Da die Blattläuse oft von Schlupfwespen der Art Diaeretiella rapae und Gallmücken parasitiert werden, ist darauf zu achten, dass bei der Anwendung von Insektiziden nur nützlingsschonende Präparate verwendet werden. Außerdem sollten naturnahe Hecken und Feldraine rund um die Kohlfelder erhalten bleiben oder angelegt werden, da sich hier die Nutzinsekten gerne aufhalten.
Vorbeugend kann auch Strohmulch zwischen die Reihen der Kohlpflanzen ausgebracht werden. Mischkulturen können die rasche Ausbreitung der Blattläuse verhindern.
Auch nach der Ernte sollten Blattreste und befallene Kohlteile nicht auf dem Feld liegen bleiben, sondern untergepflügt werden.
In Gewächshauskulturen können auch die aus Zuchtbetrieben bezogenen Schwebfliegen der Art Episyrphus balteatus, deren Larven die Blattläuse parasitieren, oder räuberische Gallmücken der Art Aphidoletes aphidimyza, zur Bekämpfung eingesetzt werden.
An chemischen Insektiziden sind derzeit in Deutschland nur Mittel auf der Basis von Rapsöl oder Kaliseife als Wirkstoff zugelassen.
Künftig könnte auf den Einsatz von Bekämpfungsmitteln im Kohlanbau ganz verzichtet werden, wenn gegen die Kohlblattläuse resistente Kohlarten herausgezüchtet werden. In der Bundesanstalt für Züchtungsforschung wurden bereits 275 Kohlsorten untersucht und einige davon zeigten die gewünschten Resistenzeigenschaften –und das ohne irgendwelche gentechnischen Manipulationen!


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