Waldmeister – gedeiht am besten in feuchter Lauberde

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Waldmeister - gedeiht am besten in feuchter Lauberde Steingartenpflanzen Der Waldmeister Galium odoratum (früherer Name Asperula odara), auch regional unter Namen wie Maikraut, Duftender Waldmeister, Waldmeier oder Zehrkraut bekannt, ist in Europa (außer Südeuropa9), im Kaukasus, Sibirien, Kasachstan und dem kleinasiatischen Teil der Türkei, China, Korea, Japan und im Nordwesten Afrikas verbreitet, besiedelt vor allem schattige Laubwälder mit lockeren, nährstoffreichen Lehmböden. Der Waldmeister ist eine immergrüne, mehrjährige und krautige Staude, die je nach Milieubedingungen zwischen 15 und maximal 50cm hoch wird.

Er vermehrt sich unterirdisch durch kriechende Rhizome, die auch als Überdauerungsorgane dienen.

Die vierkantigen Stängel stehen aufrecht und sind unverzweigt. Die Laubblätter stehen zu sechst bis acht in Quirlen. Die unteren Blätter sind elliptisch bis eiförmig, die oberen Blätter sind spitz lanzettförmig. Alle Blätter sind kahl und unbehaart. Die weißen, zwittrigen Blüten erscheinen ab Anfang Mai; sie bilden eine lockere Trugdolde. Die Blütenkrone endet in 4 Zipfeln, die länger sind als die Kronröhre. Die männlichen Staubgefäße der Blüte erscheinen vor den weiblichen Fruchtknoten, um eine Selbstbestäubung zu vermeiden.

Nach der Blüte bildet der Waldmeister Spaltfrüchte, die in der weiteren Entwicklung in zwei Teilfrüchte zerfallen, die jeweils nur einen Samen tragen.

Diese Teilfrüchte haben hakige Borsten, mit denen sie sich wie Kletten am Fell oder Gefieder vorbeistreifender Tiere oder auch an Schuhen und Hosenbeinen heften und so weit verbreitet werden können. Im Garten bekommt der Waldmeister am besten einen voll-schattigen Platz unter Sträuchern und Bäumen. Er gedeiht am besten in feuchter Lauberde. Man kann ihn aussäen oder teilen – am besten im Herbst. Eine weitere Möglichkeit der vegetativen Vermehrung besteht darin, dass man kurze Stecklingen von den noch nicht blühenden Pflanzen, also im April, schneidet und im sogenannten Kalten Kasten bewurzeln lässt. Die Raupen einiger Schmetterlingsarten aus der Gruppe der Blatt- und Labkrautspanner sind auf die Laubblätter des Waldmeisters als Futterquelle essentiell angewiesen. Der Waldmeister enthält an medizinisch wirksamen Inhaltsstoffen Gerb- und Bitterstoffe, Asperulosid – ein Glykosid – und Cumarin. Von der Allgemeinmedizin ist er als Heilmittel bisher nicht anerkannt.

In der Volksmedizin jedoch wird als blutreinigendes, harntreibendes und schweißförderndes Mittel einegsetzt.

Die Glykosdie des Waldmeister erweitern die peripheren Blutgefäße, ohne dass die Gerinnungsfaktoren des Blutes verändert werden. Das Asperulosid soll entzündungshemmend wirken. In größeren Mengen verursacht das Cumarin ab 3 bis 4 Gramm Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Noch höhere Dosen können zu Bewusstlosigkeit, Lähmungserscheinungen und Atemstillstand führen. Daher wird empfohlen für die allbekannte Waldmeisterbowle jeweils 2 bis 3 Pflänzchen zu nehmen. Im Waldmeistersirup ist er inzwischen als Zusatzstoff verboten und wird – wie auch in den meisten Lebensmittel mit Waldmeisteraroma – durch das künstlich erzeugte 6-Methylcumarin ersetzt.

Foto:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Asperula_odorata_a1.jpg?uselang=de
Jerzy Opiola, Creative Commons License Attr.-Share Alike 3.0 Unported


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