Steingärten anlegen

Ein Steingarten steht und fällt mit seinen Steinen – und das kann man sogar wortwörtlich nehmen. Die Anlage eines Steingartens setzt voraus, dass ein Höhenunterschied im Gartengelände vorhanden ist. Ist der Garten stattdessen völlig eben, kann man auch auf einem gewölbten Hochbeet mit Schotter und Geröll Steingarten kultivieren. Hierzu ein Tipp: Ein Hügelbeet, das zur Kultur von Gemüse, Kartoffeln, Tomaten u.a. angelegt wurde, hat nach zwei Jahren in der Regel als Gemüsebeet ausgedient. Dann kann man es zum Steingarten umgestalten. Ein solches Hochbeet speichert länger die Bodenwärme, trocknet rasch ab und ist durch seinen Schichtaufbau bereits gut dräniert – optimale Standortbedingungen für die Mehrzahl der Steingartenpflanzen.

Die Steine im Steingarten

Steingartenpflanzen allein machen noch keinen Steingarten aus. Entscheidend für die Anlage und Gestaltung eines Steingartens sind zunächst einmal die Steine. Am besten eigen sich dafür Buntsandstein und Kalkgestein. Beide lassen sich leicht in flache Steinplatten spalten, die man terrassenartig und standsicher aufschichten kann, um kleinere höhere Gefällstrecken zu überwinden. Neben möglichst großen Steinen braucht man auch gebrochenen Steinsplitt von etwa 5mm Durchmesser, um den Boden später abzudecken. Kies und Moränenschotter, wie er meist aus Kiesgruben angeboten wird, eignet sich dazu kaum. Die oval und rund abgeschliffenen Kiesel können sich nicht ineinander verkeilen und bieten daher zu wenig Standsicherheit.

Um dem Steingarten ein möglichst natürliches Aussehen zu geben, sollten die Steinen so eingebaut werden, wie sie auch in der Natur zu liegen kommen, nämlich mit der Spitze nach unten und der flachen Seite nach oben. Größere Findlinge liegen dagegen mit der breitesten Seite nach unten und ragen mit der der Wölbung der Oberseite aus dem Boden. Im gebirge werden Steine durch Abschwemmungen hangseitig mit Erde überzogen, während die Talseite frei aus dem Boden ragt.

Die Breitseite des Steingartens sollten windgeschützt nach Süden oder Südwesten ausgerichtet sein. Ein Steingarten sollte nie unter Bäumen angelegt werden, das von der Baumkrone abtropfende Regenwasser schadet den meisten Steingartenpflanzen.

Unkrautsperre und Drainage

Bevor der Steingarten muss zunächst das Unkraut mitsamt seinen Wurzeln vollständig entfernt werden. Eventuell sollte zusätzlich eine Unkrautsperre in Form einer witterungsbeständigen Plastikfolie in den Boden eingebaut werden. Die Mehrzahl der Steingartenpflanzen braucht einen gut wasserdurchlässigen Boden. Bei einem lockeren Erd-/Kiesgemisch ist das gegeben. Eine zusätzliche Dränage brauchen lehmig-tonige Böden, die zu Staunässe oder Bodenverdichtung neigen.

Eine Dränage legt man an, indem man schräg zur Hangneigung ein bis zwei parallel laufende Gräben von etwa 40 bis 50cm Tiefe zieht, die halb mit Steinsplitt, Schottermaterial oder Ziegelbruch aufgefüllt werden. Darüber kommen dann Grassoden mit ihrer Pflanzenseite nach unten und darüber wieder eine Kiesschicht. So kann keine Erde in den Graben rutschen und die Lücken zwischen dem Schotter verstopfen und damit Wasserablauf verstopfen. Schließlich man die Gräben mit Erde auf. Damit verlaufen die Dränagekanäle im Inneren des Hanges und sind von außen nicht sichtbar.

Verlegen der Steine

Nun kann mit dem Verlegen der Steine begonnen werden. Um eine Terrasse anzulegen, legt man zwei reihen größerer Steine so, dass sie in dass sie in einem stumpfen bis rechten Winkel aufeinander treffen. Der größte Stein kommt als Schlussstein in die Ecke zwischen beiden Reihen.Mit zunehmender Entfernung von dieser Ecke nimmt die Steingröße kontinuierlich zu beiden ab bis an den Schenkelenden nur noch kleine Steine flach aus dem Boden ragen. Außerdem sollte die Steinoberseite  hangwärts leicht geneigt sein. Das hält die Bodenfeuchtigkeit im Beet, verleiht der Terrasse die nötige Standsicherheit und ein natürliches Aussehen. Die Terrasse kann nun mit Erde aufgefüllt werden. Der Boden braucht einige Tage um sich zu setzen. Dann muss man noch einmal mit dem Erdgemisch nachfüllen. Die Bodenfläche wird geglättet und mit einer dünnen Schicht aus Steinsplitt abgedeckt.

Der Abstand zur nächsten Steinterrasse ist so zu wählen, dass die Beetbreite mindestens das Fünffache der Steingröße beträgt. Ragt der Eckstein 20cm aus dem Boden, dann sollte die darüber liegenden Beetbreite also etwa 80 bis 100cm betragen.

Sind auf diese Weise alle Steine gesetzt und der Hang terrassiert, dann kann mit den Bepflanzen begonnen werden.


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