Rote Lichtnelke

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Rote Lichtnelke Steingartenpflanzen Die Rote Lichtnelke Silene (=Lychnis) dioica, auch Rote Nachtnelke oder Waldnelke genannt konnten im den mittleren und nordischen Breiten Europas und Asiens vor. In älteren Pflanzenbüchern wird sie auch noch unter ihrem früheren Namen Melandrium rubrum aufgeführt. Neben der Wildform wurden verschiedene Kulturformen als Zierpflanzen für den Garten gezüchtet. Natürliche Vorkommen finden sich vor allem auf kalkreichen Feuchtwiesen, Waldlichtungen, in Au- und Bruchwäldern, Wald- und Gebüschrand. Sie ist ein Anzeiger für stickstoffreiche, neutrale bis leicht alkalische Böden (pH>7). Sie stehen immer in kleinen Gruppen, flächendeckende Bestände werden nicht gebildet. In den Alpen kommt sie noch in 2.400m ü. NN vor. Die Rote Lichtnelke ist mehrjährig, allerdings nur sommergrün, d.h. Im Winter zieht sie ihre oberirdischen Pflanzenteile ein. Mit ihren Blütenständen erreicht die Rote Lichtnelke eine Gesamthöhe von 60 bis maximal 90cm. Die Pflanzenstängel sind relativ dünn behaart und im oberen Teil ästig verzweigt. Die dunkelgrünen Blätter stehen gegenständig und sind eiförmig, vorne zugespitzt. Blätter und Stängel sind samtartig behaart. In Skandinavien nennt man die Rote Lichtnelke daher auch einfach Samtblume. Die Blüten bilden eine lockere Trugdolde. Die Kronenblätter sind tief zweispaltig eingeschnitten und haben eine intensive rot-violette Farbe. Der dunkelgrüne bis rötlich-braune Blütenkelch ist bauchig und stark behaart. Die Rote Lichtnelke ist zweihäusig (daher auch der Artname dioica), d.h. Männliche und weibliche Blüten kommen auf der gleichen Pflanze vor. Zwittrige Blüten, die Merkmale beider Geschlechter enthalten, sind dagegen selten. Die Blüten werden von Hummeln und Schmetterlinge mit entsprechend langen Saugrüsseln bestäubt. Die Hummeln beißen stattdessen von außen ein Loch in den Blütenkelch, um an den begehrten Honig zu kommen. Auch Schwebfliegen sieht auf den Blüten sitzen. Die Rote Lichtnelke blüht in den Sommermonaten Juni und Juli. Ihre kugelförmigen Kapselfrüchte werden im Spätherbst gebildet. Diese Kapselfrüchte haben 10 nach außen gekrümmte Zähne. Entlang ihrer Zickzacklinie springt die reife Frucht auf und entlässt die dunkelbraun- schwarzen Samen. Diese werden vor allem durch den Wind verbreitet, aber auch mit der Wasserströmung fortgeschwemmt. Daher findet man die Rote Lichtnelke häufig auch entlang von Waldbächen, wo sie im stau-nassen Auenboden optimale Standortbedingungen findet. Die Rote Lichtnelke enthält wie viele andere heimische Pflanzen aus der Familie der Nelkengewächse (z.B. die Seifenkräuter) Saponine. Die Wurzeln dienten daher früher als Seifenersatz. Die Rote Lichtnelke kann auch gut im Garten gehalten werden. Dazu sollte man ihr einen halbschattigen bis schattigen Platz geben mit einem kalkreichen, lehmigen und feuchten Boden – am besten am Rand oder in der Überschwemmungszone des Gartenteiches. Allerdings neigen die Blätter der Roten Lichtnelke in diesem feucht-nassen Milieu zum Pilzbefall. Man sollte sie aber nicht zusammen mit der Weißen Lichtnelke Silene latifolia pflanzen, da sie sich mit der kreuzen kann. Im Gartenfachhandel werden neben der Naturform auch rosafarbene und gefüllte Sorten angeboten.
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Ville Koistinen, Creative Commons License Attr.-Share Alike 3.0 Unported


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