Schwebfliegen

Wer eine Schwebfliege sieht, wird erst einmal zurückschrecken. Denn mit ihrer täuschend ähnlichen Körperzeichnung ahmen sie Wespen nach. Diese „Kriegsbemalung“ soll ihre potentiellen Fressfeinde, vor allem Vögel, zurückschrecken. Doch keine Angst Schwebfliegen sind absolut harmlos. Sie haben gar keinen Stachel und können weder stechen noch beißen. Bei näherem Hinsehen erkennt man schnell, dass die Augen, Flügel und ihre Mundwerkzeuge fliegenähnlich aussehen. Und tatsächlich zählen sie zu der großen Gruppe der Fliegen. Mit Wespen sind sie nicht näher verwandt.

Die Imagines der meisten Arten sind reine Vegetarier. Mit ihren Mundwerkzeugen lecken sie den Nektar von Blüten auf oder zerbeißen die Pollen. Oft sieht man sie minutenlang über den Blüten in der Luft schweben. Mit ihrer extrem hohen Flügelschlagfrequenz von bis zu 300 Hz pro sec sind sie in der Lage, lange Zeit in der Luft an Ort und Stelle „stehen“ zu bleiben. Zum saugen der Pflanzensäfte lassen sie sich aber direkt auf den Blüten nieder. Schließlich fehlt den Schwebfliegen im Gegensatz beispielsweise zu den Hummelschwärmern (die mit ihrer Körperzeichnung Hummeln nachahmen, aber zu den Schmetterlingen gehören) der lange Saugrüssel.

Zur Ruhepause oder zum Überwintern ziehen sie sich in dunkle Mauerritzen oder Fugen zwischen Holz zurück und dringen dabei auch in Häuser ein. Da bietet sich ein eigenes Apartment im Insektenhotel als Alternative geradezu an. Denn die Larven vieler Arten sind ausgesprochen nützliche Helfer im Garten. Die meisten von ihnen vertilgen massenweise Blattläuse, andere attackieren Blattkäfer oder Schmetterlingsraupen, die ebenfalls große Schäden an Gemüse- und Zierpflanzen anrichten können.

Schwebfliegen werden von Form und Duft vor allem von weißblühenden Arten der Doldenblütler magisch angezogen. Deshalb sollte man in der Nachbarschaft des Insektenhotels einige Schafgarben, Wilde Möhren oder andere Doldenblütler stehen lassen oder ansäen.

Zu den besonders fleißigen Blattlausvertilgern zählen die weitverbreiteten Larven der Johannisbeer-Schwebfliege Syrphis ribesi und die Gemeine Feld-Schwebfliege Eupeodes corolllae, die bereits im professionellen Einsatz in Gewächshäusern und auf Obstbaumplantagen wertvolle Dienste im Rahmen der biologischen Schädlingsbekämpfung.


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